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Wie du mit Verzicht-Gedanken besser umgehen kannst

Häufig, wenn wir neue Vorsätze haben, andere Gewohnheiten einführen möchten oder eine Ernährungsumstellung machen (müssen), kommt irgendwann dieser eine Tag, wo man einfach keine Lust mehr hat, wo es einfach zu anstrengend scheint, dieses neue Vorhaben umzusetzen und man die Dinge vermisst, die man vorher hatte; sei es mehr Bequemlichkeit, bestimmte Lebensmittel oder einfach eine gewisse Routine, durch die alles schneller und einfacher von der Hand geht. Und genau an solchen Tagen tappen wir dann ganz schnell in die Verzicht-Falle, wo wir nur daran denken können, wie viel schöner und einfacher es vorher war und es uns schwerfällt, standhaft zu bleiben und unserem inneren Schweinehund nicht nachzugeben.

Ich möchte dir im Folgenden 2 Tricks zeigen, wie du in genau solchen Fällen mit dem Verzicht-Gedanken umgehen kannst, dich selbst wieder auf Spur bringst – und vielleicht sogar eine ganz neue Perspektive auf dich und deine Ernährung gewinnen kannst.

Die beiden Tricks sind zwar auf Unverträglichkeiten bezogen, funktionieren aber genauso gut, wenn du z.B. Gewicht verlieren möchtest.

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Der erste Trick

Trick Nummer eins lautet: Koche eine für dich geeignete aber genauso leckere Alternative.

Das ist immer dann gut, wenn du Lust auf ein ganz bestimmtes Lebensmittel oder Gericht hast, das du allerdings gerade nicht essen darfst. Wenn das der Fall ist, durchforste also mal deine Rezeptsammlung oder lass dich auf Pinterest inspirieren, wie du entweder dieses eine bestimmte Gericht abwandeln kannst, dass es für dich verträglich ist, oder welches beliebige andere Rezept du bereits mal ausprobiert hast, für sehr lecker befunden hast und bei dir genauso viel Wasser im Mund zusammenlaufen lässt wie das andere Gericht oder Lebensmittel, das sich dein Kopf gerade wünscht. Es muss also ein würdiger Ersatz sein, etwas, worauf du dich genauso freuen kannst, sonst funktioniert dieser Trick nicht! Und wenn du jetzt denkst, dass du niemals einen würdigen Ersatz dafür finden kannst, dann kann ich dir nur empfehlen, die Weiten des Internets auszunutzen und dich bei Pinterest mal auszutoben, denn da gibt es so viele kreative Menschen, die so inspirierende und leckere Rezepte für alle Unverträglichkeiten der Welt kreiert haben, das ist der Wahnsinn.

Am besten wendest du diesen Trick auch schon an, bevor die Verzicht-Gedanken überhaupt entstehen können. Überlege also, was deine Lieblingsgerichte sind oder welche Gerichte und/oder Lebensmittel du vermutlich am meisten vermissen wirst und recherchiere schon jetzt eine Alternative dafür, damit du – sobald die Verzicht-Gedanken dann da sind – sofort die Alternative parat hast.

Und falls dieser Trick bei dir nicht funktionieren sollte, dann funktioniert aber bestimmt Trick Nummer 2.

Der zweite Trick

Trick Nummer zwei lautet: Ändere deinen Fokus. Das klingt jetzt als wäre es eines dieser Dinge, die leichter gesagt als getan sind, aber in diesem Fall ist es auch leicht getan. Lass mich dir erklären, was ich damit meine: Wenn du in diesem Verzicht-Gedanken bist, dann sieht es erstmal so aus als wäre die Welt total fies zu dir und würde dich mit diesen Unverträglichkeiten bestrafen, die dir so viele Schmerzen und Probleme machen und generell ist alles doof und man bemitleidet sich so ein bisschen selbst. Man ist eben einfach total in dieser Opferrolle drin und denkt nur daran, was man alles gerade NICHT hat.

Und hier ist es unglaublich hilfreich, wenn man mal die Perspektive verändert. Damit meine ich nicht, dass du jetzt an die armen Kinder in Afrika denken sollst, die gar nichts zu essen haben, sondern dass du dir nochmal deine Ziele vor Augen führst: Wofür ernährst du dich denn jetzt so wie du es im Moment tust? Für wen tust du das? Und wenn dir jetzt als erstes der Gedanke kommt, dass du das für deinen Darm oder deinen Magen oder dafür tust, dass du keine Beschwerden hast, dann denk nochmal ein bisschen weiter. Dein Darm und dein Magen und auch deine Beschwerden, die gehören alle zu deinem Körper und dein Körper gehört zu dir. Du machst das also für dich. Für dich und für niemand anderen. Du machst das, damit es dir gut geht, damit du dich fit und energiegeladen fühlst, damit du deine Pläne für den Tag mit Bravour und Leichtigkeit erledigen kannst, damit du mit einem Lächeln durchs Leben laufen und damit andere Menschen anstecken kannst. Du machst das für dich und die Menschen in deinem Umfeld, die dich nämlich lieben und möchten, dass es dir gut geht.

Geh noch einen Schritt weiter

Und wenn du dann gerade schon bei diesem Gedanken bist, dann geh doch noch einen Schritt weiter und überlege dir, was dir die Unverträglichkeit sogar an guten Dingen gebracht hat, denn ich bin mir sicher, dass sie das getan hat. Hat sie dir nicht vielleicht ein neues Bewusstsein für gesunde Ernährung gegeben? Einen neuen Fokus darauf, wie wichtig die eigene Gesundheit ist? Hat sie dir nicht vielleicht sogar neue Bekanntschaften, neue Freundschaften beschert oder bestehende Freundschaften vertieft und intensiviert? Hat sie vielleicht sogar dafür gesorgt, dass du neue Wege in deinem Leben gegangen bist und mutige Entscheidungen getroffen hast, von denen du gar nicht wusstest, dass du sie treffen kannst?

Ich persönlich gehe sogar so weit, dass ich tatsächlich dankbar für meine Unverträglichkeiten bin. Warum? Weil ich durch meine Unverträglichkeiten gezeigt bekommen habe, dass ich unglücklich bin und ein Leben lebe, das ich so gar nicht führen möchte. Meine Unverträglichkeiten haben mir gezeigt, dass ich in meinem früheren Job als Online-Marketing-Managerin nicht gut aufgehoben bin, dass ich dort meine Talente nicht zeigen kann, und sie haben mir gezeigt, dass ich auch in einer Großstadt wie Köln nicht gut aufgehoben bin, weil sie einfach zu wenig Grün, zu wenig Natur, zu wenig Ruhe bietet, die ich aber brauche. Durch meine Unverträglichkeiten habe ich mehr als nur eine Freundschaft auf ein ganz anderes, viel intensiveres Level heben können, weil ich meinen Freunden erlaubt habe, mir zu helfen und mich zu unterstützen. Durch meine Unverträglichkeiten ist mir also sehr viel Positives passiert und ich habe viele Entscheidungen getroffen, die sich positiv auf mich und meine Lebensqualität ausgewirkt haben, so dass ich einfach nicht anders kann als dankbar dafür zu sein, was mir diese Unverträglichkeiten gebracht haben.

Mache den Verzicht-Gedanken ein Ende

Wenn du dankbar bist für das, was du hast, wenn du deinen Fokus darauf richtest, was alles Gutes in deinem Leben ist, wenn du sogar für die vermeintlich schlechten Dinge in deinem Leben dankbar sein kannst, dann bringt dir das vor allem eins: inneren Frieden. Du beginnst, das „Schlechte“ zu akzeptieren, sträubst dich nicht mehr innerlich dagegen und kannst dich vielleicht sogar fragen: Was möchte mir mein Körper eigentlich zeigen, wo gibt es in meinem Leben noch Baustellen, was läuft nicht ganz rund, wo kann ich nochmal genauer hingucken und mir überlegen, wie ich das verändern und glücklicher werden kann?

Wenn du das „Schlechte“ akzeptierst, kannst du viel besser damit umgehen und solche Verzicht-Gedanken werden aufhören. Wenn du verstehst, dass du das alles für dich selbst tust, für dich und damit du dein Leben nach deinen eigenen Bedingungen meistern kannst, damit du strahlen und deine Mitmenschen mit deinem Lächeln anstecken kannst, dann schließt du Frieden mit deinen Unverträglichkeiten und du wirst nach einer gewissen Zeit sogar merken, dass es dir plötzlich besser geht.

Woher ich das weiß? Weil ich selbst erlebt habe. Seit ich dankbar bin für das, was durch meine Unverträglichkeiten passiert ist – die intensiveren Freundschaften, der komplette Jobwechsel vom Marketing hin zur Ernährungstherapie und der Umzug zurück in meine Heimat – geht es mir viel besser. Natürlich habe auch ich noch schlechte Tage und sicher war das auch eine harte Zeit, durch die ich gegangen bin und die Entscheidungen, die ich getroffen habe, habe ich mir nicht leicht gemacht, aber meine Einstellung zu meinen Unverträglichkeiten hat sich geändert, meine Einstellung zu meinem Körper hat sich verändert und dadurch bin ich viel ausgeglichener und kann mit viel mehr Leichtigkeit durchs Leben gehen.

Unser Körper und der Stress

Vielleicht magst also auch du mal einen genaueren Blick hinter deine Unverträglichkeiten werfen und dich fragen, ob es in deinem Leben etwas gibt, was du dir anders wünschst. Wo du merkst, dass es dir innerlich widerstrebt oder dass du hier gegen deine eigenen Überzeugungen und Werte arbeitest. Und wenn du da mal ein Licht drauf wirfst und dir bewusst machst, dass hier etwas nicht richtig läuft, wenn du dann überlegst, welche Lösungen es dafür geben könnte und die Sache anpackst – dann verspreche ich dir, wird es dir auch körperlich besser gehen.

Man hört immer so oft von den Ärzten, dass die Psyche bei der Ernährung eine große Rolle spielt und vielleicht verdrehst auch du jetzt gerade genauso die Augen wie ich damals. Ich war lange Zeit auch jemand, der das belächelt hat, weil es sich von den Ärzten immer anhörte wie eine Ausrede dafür, dass die Ursache für die Beschwerden nicht gefunden wird: Das ist der Stress, reduzieren Sie den Stress in Ihrem Leben. Und ich dachte immer nur: Ich habe aber gar keinen Stress, ich bin nicht gehetzt, ich renne nicht von Termin zu Termin, ich habe ein gutes Zeitmanagement und kriege meine Aufgaben auf der Arbeit locker bewältigt.

Bis mir irgendwann die Augen geöffnet wurden und ich gemerkt habe, dass es auch Stress sein kann, wenn man täglich etwas tut, wovon man nicht überzeugt ist, wovon man nicht glaubt, dass es einen Sinn hat, dass es irgendwem dient. Warum ist das Stress? Weil wir uns jedes Mal überwinden müssen, es zu tun, weil es Energie und Kraft raubt. Energie, die der Körper eigentlich für andere Dinge benötigt. Für unser Immunsystem, unsere Verdauung, einfach um fit und vital zu sein. Und was passiert dann auf Dauer? Wir werden krank.

Steige aus der Negativ-Gedankenspirale aus

Lebst du dein Leben so, wie du es dir erträumt hast? Ergibt es einen Sinn für dich, was du tust? Bist du der Mensch, der du sein willst? Sei es in der Familie, bei Freunden, auf der Arbeit oder ganz privat für dich? Bist du glücklich?

Um die Antworten auf solche Fragen zu finden, kannst du ebenfalls Dankbarkeit benutzen: Wofür kannst du in deinem Leben dankbar sein? Wenn du hier dann Dinge nennst wie „Dass ich einen Job habe“ anstatt „Dass ich den schönsten Job der Welt habe, der mich erfüllt und mir Spaß macht“, dann kannst du da mal genauer hinschauen.

Wie du siehst, ist Dankbarkeit nicht nur ein nützlicher Trick, um mit Verzicht-Gedanken umzugehen, sondern für fast alles in deinem Leben: Wenn es dir nicht gut geht, wenn du dich mutlos und frustriert fühlst, wenn du in einer Negativ-Gedankenspirale bist und deinen Fokus wieder auf das Wesentliche lenken möchtest, wenn du bestimmte Dinge für dich reflektieren oder bestimmten Fragen auf den Grund gehen möchtest. Mit Dankbarkeit und der Frage „Wofür bin ich jetzt in diesem Augenblick dankbar?“ kannst du ganz leicht deine Perspektive ändern und deine Gefühle wieder zurück ins Positive lenken. Je öfter du das machst, desto leichter wird es dir fallen, ganz automatisch positiver zu denken und dankbarer zu sein. Das Gehirn ist wie ein Muskel, der trainiert werden kann und dem man somit auch das positivere Denken beibringen kann.

Eine Übung

Wenn du Lust auf eine kleine Dankbarkeitsübung hast, dann schau in meiner Download-Bibliothek vorbei. Dort findest du eine kurze Audio-Datei mit einer kleinen Übung, die du prima für den Anfang nutzen kannst und dir ein paar Inspirationen für die Fragen gibt, die du dir stellen kannst, um zu entdecken, wie viele tolle Dinge du bereits in deinem Leben hast. Also schau dort gerne mal vorbei und lade dir die Datei herunter.

Ein weiterer Praxistipp

Ein weiterer Praxis-Tipp für dich: Lege dir ein kleines Dankbarkeitstagebuch an. Ich habe z.B. einfach ein altes, leeres Notizheft genommen und lasse abends vor dem Schlafengehen den Tag noch einmal Revue passieren und notiere mir die Momente, für die ich dankbar bin und die einfach schön waren. Und selbst wenn der Tag richtig blöd war, finde ich immer Dinge, für die ich dankbar bin und seien es dann nur so Kleinigkeiten wie der Anblick des schönen Sonnenaufgangs am Morgen. Auch solche Momente zaubern mir dann nochmal ein Lächeln aufs Gesicht und mit solchen schönen Gedanken lässt es sich auch viel besser einschlafen.

Alles klar?

Konnte ich dir mit diesem Artikel weiterhelfen? Dann freue ich mich über einen Kommentar! 🙂 Gerne kannst du dort auch deine Erfahrungen teilen, wie du mit Verzicht-Gedanken umgehst.

Sind vielleicht noch Fragen offen geblieben? Dann schreib sie mir gerne in die Kommentare oder schick mir eine E-Mail.

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