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Wie du mehr Optimismus in deinen Alltag bringst

Vielleicht hast du dich ja auch schon mal gefragt, wie manche Menschen es schaffen, total positiv und voller Optimismus nicht nur mit den eigenen Intoleranzen, Unverträglichkeiten und den damit zusammenhängenden Beschwerden und Einschränkungen umzugehen, sondern auch generell mit Krankheit und Schicksalsschlägen. Ich möchte dir hier erklären, wie diese Menschen ticken, und dir konkrete Tipps mit an die Hand geben, die dir helfen, eine genauso positive Einstellung zu gewinnen.

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Wie ticken optimistische Menschen?

Um zu verstehen, wie diese optimistischen Menschen ticken, müssen wir uns kurz mit dem israelisch-amerikanischen Medizinsoziologen und Stressforscher Aaron Antonovsky beschäftigen. Der hat nämlich damals Frauen befragt, die den Holocaust im KZ überlebt hatten und die ganz unterschiedlich mit diesem traumatischen Erlebnis umgegangen sind. Dabei stellte er fest, dass es manche Frauen gab, die erstaunlich gut mit diesem Erlebnis zurechtkamen und Antonovsky wollte wissen, wie sie das gemacht haben, was sie zu dieser Stressbewältigung befähigt hat.

Er hat rausgefunden, dass es vor allem drei Faktoren sind, die dafür ausschlaggebend waren.

Die 3 Faktoren der Stressbewältigung

Faktor 1 ist die Verstehbarkeit. Damit ist – am Beispiel von Intoleranzen und Unverträglichkeiten – gemeint, dass man erstmal grundlegend versteht, worum es sich dabei handelt, was diese Unverträglichkeit ausmacht, vielleicht auch, was dabei im Körper passiert und wie es dazu gekommen ist, also die Ursachen zu kennen.

Faktor 2 ist die Handhabbarkeit oder auch Bewältigbarkeit oder Machbarkeit. Ich muss verstehen bzw. daran glauben, dass ich mit dieser Unverträglichkeit zurechtkomme, dass ich meinen Alltag trotz aller Widrigkeiten bewältigen kann.

Faktor 3 ist die Sinnhaftigkeit oder Bedeutsamkeit. Hiermit ist gemeint, dass ich trotz meiner Unverträglichkeit, trotz der Beschwerden, trotz der Einschränkungen einen Sinn darin sehe, weiterzumachen und nach vorn zu blicken. Weil es beispielsweise Menschen gibt, die mich brauchen, die mich lieben, ich unbedingt noch dieses oder jenes im Leben tun will oder einfach das Gefühl habe, dass meine Aufgabe hier auf der Erde noch nicht erfüllt ist. Zur Sinnhaftigkeit gehört aber zum Beispiel auch, die Unverträglichkeit als einen Ausdruck des Körpers zu begreifen, dass etwas im Ungleichgewicht ist. Dass diese Unverträglichkeit also insofern einen Sinn hat, als dass sie mir etwas über mein Leben mitteilen will. Zum Beispiel, dass ich im Job nicht glücklich bin, in meiner Beziehung nicht glücklich bin, dass ich finanzielle Sorgen habe, die mich erdrücken, dass ich mich an meinem jetzigen Wohnort nicht wohl fühle und so weiter, das kann im Grunde alles sein, was dich in deinem Leben belastet.

Antonovsky bezieht also in sein Modell nicht einfach nur die Krankheit an sich ein, sondern auch den individuellen Lebenskontext, die eigenen Aktivitäten und die äußeren Bedingungen, die dann zu einer gesunden Entwicklung beitragen können.

Das mag für den ein oder anderen nun vielleicht etwas komisch klingen, aber tatsächlich ist es so, dass Krankheiten oft ein Signal unseres Körpers sind, dass die Psyche in gewisser Weise überlastet ist. Es gibt dazu ein schönes kleines “Gedicht” von Ulrich Schaffer, das diesen Punkt ganz gut verdeutlicht und das geht so:

„Mir geht es nicht gut“, sagte die Seele. „Aber der Mensch hört nicht auf mich.“
„Dann lass mich krank werden“, sagte der Körper. „Dann muss er hören.“

Mit einer Krankheit schreit uns unsere Psyche also im Grunde schon entgegen, dass etwas nicht in Ordnung ist, dass etwas nicht in Balance ist.

Eine dynamische Balance

Kommen wir noch einmal zurück zu Antonovsky: Er hat nun nämlich gesagt, dass diese 3 Faktoren, also die Verstehbarkeit, die Handhabbarkeit und die Sinnhaftigkeit, dass sie dabei helfen, eine dynamische, gesunde Balance zwischen dem eigenen Körper bzw. der eigenen Person, der Umwelt und dem sozialen Umfeld zu halten.

Konkret würde das z.B. bedeuten, dass ich – wenn ich diese 3 Faktoren für mich als Ressource optimal ausnutze – meinen Körper nicht als etwas Negatives betrachte, als etwas Krankes, Schwaches, vielleicht auch Hässliches, sondern vielmehr als eine Art Lehrer, der mir zeigt, wenn etwas nicht Ordnung ist. Es bedeutet auch, dass ich meiner Umwelt nicht die Schuld für mein Leiden zuschiebe, sondern selbst Verantwortung für meine Worte, Taten und Gedanken übernehme und ggf. etwas ändere, wenn ich mit dem, was aktuell da ist, nicht zufrieden bin. Und es bedeutet, dass ich meine Familie und meine Freunde nicht von mir stoße, mich nicht in mich selbst zurückziehe, auch nicht ihnen die Schuld für mein Leiden gebe oder sie durch mein Leiden ebenfalls leiden lasse. Es bedeutet, sie stattdessen einzubeziehen, sich ihnen anzuvertrauen, Hilfe zu suchen, neue Kraft und neuen Mut aus ihrer Präsenz zu schöpfen.

Ein Gefühl des Vertrauens

Diese 3 Faktoren hat Antonovsky auch Kohärenz genannt und gesagt, dass je besser diese Kohärenz ausgeprägt ist, desto gesünder ist ein Individuum bzw. desto schneller wird er wieder gesund.

Was diese 3 Faktoren letztendlich ausmacht ist ein beständiges Gefühl des Vertrauens. Dass ich darauf vertraue, dass sich alles zum Guten wenden wird, dass ich meinen Alltag bewältigen werde, dass ich einen Weg finden werde, um entweder gesund zu werden oder – für den Fall, dass etwas nicht heilbar ist – mit den Einschränkungen so zu leben, dass es sich nicht als Einschränkung anfühlt, sondern als etwas, was mich beschwerdefrei und fit hält.

Deine persönliche Widerstandsfähigkeit

Vielleicht hast du schon mal von dem Begriff der Resilienz gehört. Resilienz meint im Grunde die persönliche und individuelle Widerstandsfähigkeit, also wie resistent ich z.B. gegenüber Stress und Krankheit bin. Diese Widerstandsfähigkeit sieht dann im Grunde so aus, dass ich eine optimistische Einstellung gegenüber den Herausforderungen in meinem Leben habe und dieser Optimismus wiederum speist sich aus den persönlichen und auch sozialen Ressourcen, die ich habe. Damit wären wir dann wieder bei den 3 Faktoren von Antonovsky, dazu gehört aber auch so etwas wie ein unterstützendes Umfeld sowie deine ganz persönlichen Strategien, um Optimismus und ein Gefühl des inneren Friedens bei dir zu fördern.

Und um das ganze nun endlich mal ein bisschen konkreter für dich zu machen, gebe ich dir nun Tipps bzw. Inspirationen für solche ganz persönlichen Strategien mit an die Hand, mit denen du nun diese Widerstandsfähigkeit fördern kannst, mehr Optimismus gewinnst und damit dann leichter und beschwingter deinen Alltag gestalten kannst.

Tipps für mehr Verstehbarkeit

Mein Tipp für Faktor eins von Antonovsky, die Verstehbarkeit: Setz dich mit deiner Unverträglichkeit, deiner Intoleranz, deinen Beschwerden auseinander. Das tust du bereits, indem du diesen Artikel liest, also du bist du schon mal auf einem guten Weg, aber um ein wirklich tiefgreifendes Verständnis zu entwickeln, kann es z.B. auch hilfreich sein, wenn du dir konkret anschaust, was in deinem Körper passiert, wenn du also mal recherchierst, was da gerade in deinem Körper nicht so funktioniert wie es sein sollte. Wenn du es dir leicht machen willst, dann kannst du einfach weiter diesen Blog weiter lesen, denn ich möchte genau das für dich noch aufbereiten, aber du kannst natürlich auch unabhängig davon schon mal loslegen.

Vielleicht fragst du dich, was dir das bringt und da möchte ich dir ein aktuelles Beispiel von mir selbst erzählen: Ich habe für zirka anderthalb Jahre ziemlich massive Schlafprobleme gehabt und war nach meiner Diagnose Histaminintoleranz froh, eine sinnvoll klingende Erklärung dafür zu haben. Doch sowohl mit der histaminarmen Diät als auch mit der Eliminierung der größten Stressfaktoren in meinem Leben wurde das nicht besser und auch nicht als man mir sagte, ich hätte wahrscheinlich doch keine Histaminintoleranz. Letztendlich kam ich dann selbst der Ursache auf den Grund, indem ich mich intensiv mit einem Hormonproblem auseinandersetzte, das mich nun auch schon eine ganze Weile begleitet. Innerhalb von nur einer Woche hatte ich eine Lösung für das Schlafproblem gefunden und  schlafe seitdem so gut wie schon lange nicht mehr. Wäre ich zu meinem Hausarzt gegangen, hätte der mir vermutlich nur gesagt, ich solle den Stress reduzieren und mir noch ein Rezept für Schlaf- oder Beruhigungstabletten in die Hand gedrückt. Es wäre also wieder mal nur das Symptom, nicht aber die Ursache behandelt worden. Da mag dein Arzt kompetenter und feinfühliger sein, aber was ich damit sagen will ist: Ohne meine eigene Recherche, ohne meinen Drang zu verstehen, was da in meinem Körper schiefläuft, wäre ich nie auf diese Lösung gekommen.

Ich möchte mit dieser Geschichte gar nicht sagen, dass dieser Faktor Verstehbarkeit für jeden bis zu so einem Detailgrad sinnvoll ist, denn sie kann auch dazu führen, dass du die Dinge zu sehr verkopfst. Es kann ein hilfreicher Faktor für dich sein, das entscheidest du am besten danach, ob du generell ein Mensch bist, der sich zu viele Gedanken macht (dann geh in deiner Recherche am besten nicht zu sehr ins Detail) oder ob du eher jemand bist, der intuitiv vorgeht und sich nicht so viele Gedanken um alles macht (dann könnte sich eine intensivere Recherche lohnen).

Tipps für mehr Machbarkeit

Kommen wir zu Faktor zwei, der Handhabbarkeit oder Machbarkeit. Damit ist gemeint, dass du daran glauben musst, dass du deinen Alltag trotz allem gut bewältigen kannst.

Dafür möchte ich dir mehrere Tipps an die Hand geben, denn das ist vor allem eine Kopf-Sache, wo du für dich einfach ausprobieren musst, was für dich am besten funktioniert.

Ein Tipp, den ich sehr hilfreich finde, ist, sich immer wieder bewusst zu machen, was man schon geschafft hat, also die Erfolge zu feiern. Wenn du dir klar machst, dass du gestern, vorgestern und vorvorgestern bewältigt hast (vielleicht mit kleinen Stolperern oder Schwierigkeiten, aber dennoch hast du diese Tage gemeistert!), dann wirst du auch den heutigen Tag schaffen. Wenn du gestern schon Maßnahmen unternommen hast, damit es dir besser geht, dann wirst du das auch heute schaffen und dann wirst du sicher schon bald Verbesserung spüren. Wenn du gestern schon erste Versuche unternommen hast, deine Ernährung umzustellen oder mehr selbst zu kochen, dann wirst du das auch heute hinkriegen. Vielleicht nicht perfekt, vielleicht mit Kompromissen, aber wieso sollte heute nicht funktionieren, was gestern funktioniert hat? Schau auch mal auf den Weg zurück, den du gegangen bist, um hierher zu kommen, wie viel du schon auf dich genommen, wie viel du schon über dich erfahren hast, wie viel besser es dir vielleicht schon geht im Vergleich zu früher, welche Erkenntnisse du gewonnen hast. Denk auch an andere Herausforderungen, die du in deinem Leben schon gemeistert hast, denk daran, wie viel stärker du daraus hervorgegangen bist. Genauso wirst du auch aus der aktuellen Herausforderung hervorgehen. Auch das sind Erfolge, die du feiern kannst und die dir dabei helfen können, alles wieder in eine andere, positivere Perspektive zu rücken.

Ein weiterer Tipp von mir, gerade wenn du dich überfordert fühlst, wäre: Mach aus den Aufgaben oder den Herausforderungen, vor denen du stehst, kleinere Päckchen. Teile die Aufgaben in Teilaufgaben und überlege dir für deine großen Herausforderungen, welche konkreten Schritte du heute oder morgen schon gehen kannst, um die Herausforderung anzugehen. Es geht bei allem eigentlich immer nur ums Anfangen, ums Machen, wenn du dann erstmal drin bist, dann hast du schon den ersten Schritt geschafft und dann kannst du dir den zweiten überlegen. Wenn du z.B. vor der Herausforderung stehst, jetzt alles selbst kochen zu müssen, dann fang mit ganz einfachen Gerichten an, zum Beispiel Bratkartoffeln mit Spiegelei. Halte die Zutatenliste klein und steigere dich dann von Woche zu Woche bis du vielleicht irgendwann deinen eigenen Ketchup machst oder deine eigene Mandelmilch. Fang klein an! Wie sagt man so schön? Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Schraub deine Ansprüche runter, schubs den Perfektionismus von deiner Schulter, die haben hier erstmal nichts zu suchen. Gönn dir Pausen, wenn du dich überfordert fühlst, nimm dir Zeit. Niemand erwartet von dir eine 180-Grad-Kehrtwende von heute auf morgen. Geh die Dinge schrittweise an. Dadurch wird es dir nicht nur leichter fallen, neue Gewohnheiten zu etablieren, du sorgst auch dafür, dass deine Motivation hoch gehalten wird.

Den nächsten Tipp kennst du vielleicht schon aus einem früheren Artikel von mir, nämlich sich in Dankbarkeit zu üben. Warum das wichtig für den Glauben an die Machbarkeit ist, ist ziemlich einfach: Wenn du über die Dinge nachdenkst, für die du dankbar sein kannst, dann denkst du automatisch über das nach, was alles an positiven Dingen in deinem Leben ist, du fokussierst dich also auf die Fülle in deinem Leben, nicht auf den Mangel. Diese Denkweise hilft dir, optimistischer auf deine Herausforderungen zu blicken und mehr Leichtigkeit in den Tag zu bringen. Wie du vielleicht auch schon weißt, ist diese Denkweise etwas, was du trainieren kannst wie einen Muskel. Ich habe dazu eine kleine Übung auf meiner Webseite. Hör sonst alternativ auch nochmal in die Podcast-Folge 9 rein, da spreche ich über Dankbarkeit.

Wenn du Yoga machst oder meditierst, kann dir das übrigens auch helfen. Der Fokus auf den Atem und deinen Körper verhilft dir zu einer inneren Ruhe und Gelassenheit, die auch wichtig sind, wenn es um das Gefühl der Machbarkeit und Bewältigbarkeit geht.

Ein letzter, vielleicht etwas merkwürdiger Tipp von mir ist folgender: Konzentriere dich auf das Gefühl der Hoffnung. Was heute nicht geklappt hat, kann morgen funktionieren. Was heute gut funktioniert hat, wird morgen sicher auch gut gehen. Hoffnung ist immer da, wenn du es zulässt, von Hoffnung gibt es nie einen Mangel. Hoffnung kann dir genau die Zuversicht und Gelassenheit geben, die du in schwierigen Momenten in deinem Alltag brauchen kannst. Wenn du dich in diesen Momenten an dem Gefühl der Hoffnung festhältst, kann dir das ebenfalls enorm weiterhelfen, ein positiveres Denkmuster zu entwickeln.

Tipps für mehr Sinnhaftigkeit

Kommen wir nun zum Faktor 3, der Sinnhaftigkeit. Was kannst du hier konkret tun, um diesen Faktor zu stärken und damit auch den Optimismus zu fördern?

Wie ich ja schon erklärt habe, geht es hierbei unter anderem darum, zu erkennen, was mein Körper mir mitteilen will, welche wahre Ursache vielleicht hinter meinen Beschwerden steckt. Für mich persönlich war dieser Faktor tatsächlich der Knackpunkt und die Stellschraube, die bei mir am meisten bewirkt hat, als ich sie verändert habe. Wichtig zu verstehen ist hierbei, dass viele unserer Krankheiten Ausdruck von einer Überlastung sind. Unser Körper möchte uns in den meisten Fällen sagen, dass wir mal eine Pause brauchen und weil wir nicht auf das leise Stimmchen in unserem Kopf hören, das uns das sagt, muss uns unser Körper eben erst durch eine Krankheit dazu zwingen, mal eine Pause zu machen.

Was du also konkret tun kannst, ist folgendes: Setz dich mit den einzelnen Bereichen deines Lebens auseinander und überlege dir auf einer Skala von 1 bis 10 wie erfüllt und glücklich dich diese Bereiche machen. Mit diesen Lebensbereichen meine ich deine Partnerschaft, die Familie, Freundschaften, deine Karriere, Aus- und Weiterbildung, Freizeit, Spiritualität oder Religion, dein gesellschaftliches Engagement, deine Gesundheit und deine Finanzen. Mach für all diese Lebensbereiche mal eine Art Status Quo und überlege dir, ob das gerade so läuft wie du es dir vorstellst.

Was dir dabei noch helfen kann, als Übung davor sozusagen, ist, dir zu überlegen, welche Werte dir in deinem Leben für die einzelnen Lebensbereiche wichtig sind. Ist dir zum Beispiel im Bereich Karriere wichtiger, viel Geld zu verdienen und damit finanzielle Sicherheit zu haben oder möglichst vielen Menschen zu helfen? Ist dir im Bereich Partnerschaft wichtiger, einen ruhigen und geregelten Alltag zu haben oder stets etwas Neues auszuprobieren? Wenn du dabei Hilfe brauchst, kannst du auch im Internet mal nach Werten googeln, da werden dir ganz viele solcher mögliche Werte angezeigt, für die du dann einfach nur überlegen musst, wie wichtig sie dir in den einzelnen Lebensbereichen sind.

Wenn du deine Werte kennst und weißt, in welchen Lebensbereichen du diese Werte noch nicht lebst, dann wäre der nächste Schritt zu schauen, an welchen Stellschrauben du drehen kannst, damit sich das zumindest mal in eine Richtung bewegen könnte, die mehr deinen Werten entspricht. Du musst also nicht von heute auf morgen deinen Job kündigen und auf Weltreise gehen, sondern wenn du z.B. in deinem Job gerade nicht glücklich bist, kannst du überlegen, ob dich eine andere Abteilung innerhalb der Firma mehr interessieren würde oder ob es nicht in deinem Umkreis noch andere Firmen gibt, bei denen du dich bewerben könntest, oder wenn du weißt, dass du eigentlich was ganz anderes machen willst, dass du dann schaust, ob du nicht Stunden in deinem jetzigen Job reduzieren kannst, um mehr Zeit zu haben, diese andere Sache, die du viel lieber tun würdest, auszubauen oder überhaupt mal rauszufinden, was du denn stattdessen machen möchtest.

Denn immer, wenn wir gegen unsere Werte, gegen unsere Überzeugungen arbeiten, verursachen wir Stress in unserem Kopf und damit auch in unserem Körper. Weil wir ständig am kämpfen sind, uns ständig dazu überreden müssen, etwas zu tun, obwohl wir gar nicht richtig dahinterstehen. Und genau dieser Stress führt auf lange Sicht oft dazu, dass Krankheiten entstehen. Einen kritischen Blick mal auf das eigene Leben zu werfen kann da also ein unglaublicher Augenöffner sein, so war es zumindest bei mir. Es geht – wie gesagt – wirklich nicht darum, von heute auf morgen dann alles hinzuwerfen, sondern vielmehr darum, sich zu überlegen, welche kleinen Schritte man schon HEUTE machen kann, damit es einem morgen schon ein kleines bisschen besser geht und man morgen wieder den nächsten Schritt machen kann, damit es einem übermorgen ein kleines bisschen besser geht und so weiter.

Und selbst, wenn du damit nicht die Ursache deiner Beschwerden behebst, hat es trotzdem einen positiven Effekt auf dein Leben, weil du mit jedem Tag, mit jedem Schritt genau da hinkommst, wohin dein Herz dich leitet und worin du Erfüllung und Sinn siehst.

Tipps für mehr Resilienz

Ein paar letzte Tipps möchte ich dir noch in Sachen Resilienz mitgeben. Resilienz meint ja unsere persönliche Widerstandskraft, die einerseits mit den 3 Faktoren von Antonovsky zu tun hat, aber auch mit einem unterstützenden Umfeld und ganz persönlichen Strategien und Ressourcen, um Kraft zu schöpfen.

Was das Umfeld angeht, so möchte ich dir den folgenden Tipp ans Herz legen: Rede über das, was dich bewegt. Lass zu, dass die Menschen in deinem Umfeld, die dich lieben, einen Einblick in deine innere Welt bekommen können, damit sie zumindest halbwegs verstehen können, wie du dich fühlst, warum du handelst, wie du handelst, warum du sagst, was du sagst. Kapsel dich nicht ab, zieh dich nicht zurück, sondern öffne dich deinen Mitmenschen gegenüber. Ich persönlich habe durch meinen Leidensweg mindestens zwei Freundschaften auf ein ganz anderes, viel intensiveres Level heben können, weil ich anderen erlaubt habe, an meiner inneren Welt teilzuhaben und weil ich ihnen auch erlaubt habe, für mich da zu sein und mir zu helfen.

Das bringt mich auch direkt zum nächsten Punkt: Nimm Hilfe an, egal in welcher Form. Die meisten Menschen in deinem näheren Umfeld würden alles tun, um dir ein bisschen von der Last zu nehmen, ein bisschen das Leiden zu erleichtern. Lass zu, dass sie sich gebraucht und dir nahe fühlen. Das können auch ganz kleine Gesten sein, dass du z.B. einfach nach einer Umarmung fragst, wenn dir mal wieder alles zu viel wird, dass du darum bittest, dass ihr gemeinsam kocht, oder dass du auch einfach nur nach einem Abend fragst, an dem mal ganz andere Dinge als üblich im Vordergrund stehen, wo du einfach mal abgelenkt wirst von allem, was dir Sorgen bereitet.

Wenn es dir eher hilft, mit Gleichgesinnten oder vielmehr Leidensgenossen zu reden, dann schließ dich vielleicht einfach einer Facebook-Gruppe an, frag nach, ob es jemanden gibt, der in deiner Nähe wohnt. Es kann auch unglaublich hilfreich sein zu wissen, dass man nicht allein ist, dass andere dasselbe durchmachen. Vielleicht reicht dir ja sogar auch schon der reine Online-Austausch dafür.

Der zweite Punkt, der noch zur Resilienz gehört, sind die persönlichen Strategien und Ressourcen. Hierfür kann ich dir nur den Tipp geben, herauszufinden, aus welchen Dingen oder eher Tätigkeiten du Kraft schöpfst, bei welchen Aktivitäten du entspannen und deine Batterien wieder aufladen kannst. Das kann ein schönes heißes Bad sein, das kann ein unterhaltsames Buch auf der Couch sein, das kann Meditation oder Yoga, ein Spaziergang an der frischen Luft, Tanzen, Joggen, Singen usw. sein und hängt von deinen ganz persönlichen Vorlieben und Hobbys ab. Wenn du erstmal ein gewisses Set an Dingen hast, die diese entspannende, beruhigende Wirkung auf dich haben, dann setz diese Ressourcen genau dann ein, wenn du dich überfordert und gestresst fühlst, heute einfach nicht dein Tag war und du kurz davor bist aufzugeben. Nutze diese Ressourcen als deine ganz persönliche Rettungsleine, die dich wieder aufbaut, dir ein Gefühl innerer Ruhe verschafft und den Fokus wieder auf Hoffnung, auf die positiven Dinge in deinem Leben bringt.

Alles klar?

Ich hoffe, dass da ein paar Tipps für dich dabei waren, mit denen du etwas anfangen kannst und die dir, zu einem Teil der Lösung zu werden anstatt ein Teil des Problems zu bleiben 🙂

Wenn ich dir mit diesem Artikel weiterhelfen konnte, dann freue ich mich über einen Kommentar! 🙂 Gerne kannst du dort auch weitere Tipps für mehr Optimismus im Alltag teilen! Und wenn du jemanden kennst, den genau dieses Thema gerade interessieren könnte, dann teile doch einfach diesen Artikel oder die Podcast-Folge mit ihm oder ihr 🙂

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