Bauchgeschichten: Vera von verasfreefrombakery
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Bauchgeschichten #2: Vera von verasfreefrombakery

Heute gibt es wieder eine neue Ausgabe der Bauchgeschichten und zwar diesmal mit der lieben Vera von verasfreefrombakery. Vera hat es gleich dreifach getroffen, sie ist nämlich von einer Fructose-, Gluten- und Laktose-Unverträglichkeit betroffen. Ich hab mit Vera ein ganz wundervolles Gespräch geführt, das mich selber auch total inspiriert hat, weil Vera einfach auch so eine pragmatische und optimistische Herangehensweise an die Dinge hat, aber lass dich da von ihrer positiven und sympathischen Art gerne selbst überzeugen und hör dir hier direkt das Interview mit ihr an. Viel Spaß dabei! 🙂

Höre hier die Bauchgeschichte von Vera:

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Steckbrief von Vera mit Restaurant-Tipps und Lieblingsrezept

Vera

Wie heißt du, wie alt bist du und was möchtest du sonst noch über dich erzählen?

Mein Name ist Vera, ich bin 36 Jahre alt und wohne bei Mannheim. Ursprünglich komme ich aus England, bin aber seit meinem vierten Lebensjahr in Deutschland. Ich bin Teamleitung in der Gartenabteilung einer großen Baumarkt-Kette. Aus der Not heraus habe ich vor ca. 8 Jahren angefangen zu backen. Ich habe es einfach satt gehabt bei Geburtstagen oder Festen nichts Süßes essen zu können – also war ein neues Hobby geboren. Das Backen bzw. kreativ in der Küche zu sein habe ich vielleicht auch in den Genen.

Welche Intoleranz oder Unverträglichkeit hast du und mit welchen Symptomen hast bzw. hattest du zu kämpfen?

Ich habe seit Mitte 2012 die Diagnosen einer Gluten-, Fruktose- und Laktose-Unverträglichkeit. Eigentlich kenne ich mich seitdem ich mich zurückerinnern kann nur mit „Bauch“-Problemen. Immer hatte ich Durchfall, mir war oft schlecht, ich hatte Krämpfe und bin von Arzt zu Arzt geschickt worden – auch schon als kleines Kind). Nie wurden vernünftige Untersuchungen gemacht, immer nur das Übliche: Ich sei ein sensibles Kind, dem alles auf den Bauch schlägt. Ich habe jahrelang einfach damit gelebt. Dann bin ich zu meinem damaligen Freund in die Rhein-Neckar-Region gezogen und plötzlich ging es mir so schlecht, dass ich, egal was ich gegessen habe, nichts mehr in mir behalten konnte. Nach Horrorszenarien bei Fachärzten (Gastroenterologie, Ernährungsmediziner etc.) hatte ich die Nase gestrichen voll. Ich hatte das Gefühl, noch kränker zu werden aber nicht gesünder. Am Schluss wog ich nur noch 50 Kilo und meine Hausärztin machte Nägel mit Köpfen: Wir arbeiteten einen Plan aus, zu welchen Ärzten ich gehen würde und was abgeklärt werden sollte. Heute habe ich wenn ich mich an meine Diät halte kaum Probleme. Nur das Übliche: Mache ich zu viele Ausnahmen, rächt sich das schnell und die alten Symptome kommen wieder.

Welche 3 Dinge hast du aufgrund dieser Unverträglichkeiten über dich gelernt?

  1. Dass ich immer eine zweite Meinung von einem Facharzt/Arzt einhole, bevor ich etwas glaube oder im schlimmsten Fall mich behandeln lasse, obwohl mein Bauchgefühl etwas anders sagt.
  2. Dass mein Körper und meine mentale Gesundheit nicht trennbar sind, sondern dass alles zusammenhängt, nicht wie uns die Schulmedizin denken bzw. glauben lässt. Der physische Zustand, das Wetter, die eigene Toleranzgrenze, Stress, Sport und Bewegung und vieles mehr haben einen großen Einfluss auf die Verträglichkeit von Lebensmitteln und den allgemeinen körperlichen Zustand bei mir. Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass es anderen Allergikern auch so geht.
  3. Hartnäckigkeit und den Mut zu haben, auch bei Spezialisten nachzufragen, wenn etwas unklar ist für mich. Sowie mir Hilfe zu holen und nicht bei der ersten Abweisung resigniert den Kopf einzuziehen und sich zu ergeben. Kämpfe für dich und deinen Körper denn er ist kostbar und einzigartig!

Welche 3 Tipps haben dir geholfen, deinen Alltag mit 3 Unverträglichkeiten zu erleichtern?

  1. An erster Stelle steht ganz klar das halbe Jahr in dem ich zweimal im Monat zu einer Ernährungsberatung gegangen bin. Sie nahm mir die Angst, zu glauben dass ich mit drei Unverträglichkeiten nur noch nur noch Salat, Naturjoghurt und Fleisch oder Fisch essen kann. Mit ihr hatte ich eine Begleiterin in der Karenzphase und wir haben gemeinsam mein Essverhalten analysiert und besprochen.
  2. Das zweite, was mir geholfen hat als „Unverträglichkeiten-Neuling“ waren die Internetseiten von der DZG (Deutsche Zöliakie Gesellschaft), des DAAb (Deutscher Allergie und Asthmabund), der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) und fructoseintoleranz.com.
  3. Als drittes hat mir sehr geholfen, dass ich ein Reformhaus gefunden habe, wo gut ausgebildete Verkäuferinnen waren, welche mich durch das Labyrinth der Ersatz-Artikel geführt haben und ich dort damals tolle Marken kennengelernt habe, die alle meine Unverträglichkeiten vereinten, z.B. die Marke „3 Pauly“.

Was ist dein aktuelles Lieblingsrezept?

Mein aktuelles Lieblings Rezept ist mein „Double Red Cheesecake”, der aus zwei Rührkuchen-Böden besteht, auf welche dann eine Cheesecake-Füllung kommt. Garniert wird sie mit einem Spiegel aus Cranberry-Saft. Wie immer ist auch dieser Kuchen ohne Gluten, Zucker und Laktose und er ist fructosearm bzw. fructosefrei.

Double Red Cheesecake

Rezept für den Double Red Cheesecake:

Zutaten und Rezept für die Cheesecake Füllung:

  • 300 g laktosefreier Frischkäse
  • 150 g laktosefreier Skyr
  • 60 g Reissirup
  • 3 Blatt Gelatine weiß
  • 1,5 EL Zitronensaft (frisch)
  • 1 EL Vanilleextrakt

Alle Zutaten miteinander verrühren und mit dem Schneebesen glatt rühren. Die Gelatine wie in der Packungsanleitung beschrieben auflösen und der Frischkäsemischung beifügen. Im Kühlschrank kalt stellen.

Zutaten und Rezept für den Rührkuchen:

  • 100 g glutenfreies Mehl
  • 25 g gemahlene Mandeln
  • 7 g glutenfreies (Weinstein-)Backpulver
  • 3,5 g Zitronen-Abrieb
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 2 Eier, Größe M
  • 65 g weiche Butter
  • 20 g Kokosöl
  • 85 g Getreidezucker (z. B. von Frusano)
  • 3x 3 TL rote Marmelade (z. B. von Frusano)
  • Etwas Holunderblütensaft (z. B. von Frusano)

Alle trockenen Zutaten bis auf den Getreidezucker und das Vanilleextrakt miteinander vermengen. Die Eier aufschlagen und mit dem Getreidezucker schaumig rühren. Anschließend das Vanilleextrakt dazugeben. Butter mit Öl vermischen und zur Ei-Mischung geben. Mit dem Schneebesen alle Massen miteinander vermengen, in eine Springform geben und bei 180°C Ober-/Unterhitze 30 Min. backen. Im Ofen auskühlen lassen. Den Rührkuchen so halbieren, so dass 2 runde Böden entstehen. Beide Böden mit Marmelade und Holunderblütensaft bestreichen. Die Cheesecake-Füllung auf die beiden Böden verteilen und aufeinandersetzen.

Zutaten und Rezept für das Topping:

  • 1 Blatt Gelatine weiß
  • 25 ml Cranberrysaft (ohne Zucker)
  • ein paar Beeren zum garnieren

Den Cranberrysaft mit der Gelatine auflösen und über die oberste Cheesecake-Schicht laufen lassen. Alles wieder in die Springform geben und über Nacht erkalten lassen.

Ich wünsche viel Spaß beim Nachbacken!

Hast du einen Restaurant-Tipp für deinen Wohnort, wo man auch für deine Intoleranz etwas bekommt?

Leider nein, denn die Kombination von einer Fruktose- und Gluten-Intoleranz ist für normale Restaurants fast nicht möglich. Es gibt in Mannheim eine kleine Bäckerei, lovemecakes.de, welche gluten- und zuckerfrei bäckt. Für eine fructosefreie Ernährung ist es leider nicht geeignet.

Hast du noch einen Buch- oder Filmtipp zum Thema Ernährung/Gesundheit?

Heute würde ich sagen, dass man auf Instagram super Experten-Accounts findet, welche sich auf eine oder mehrerer Allergien bzw. Unverträglichkeiten spezialisiert haben. Hätte es das vor 8 Jahren gegeben, wäre mir viel erspart geblieben. Der Verlag GU hat eine gute, große Auswahl an Back- und Kochbüchern für einzelnen Allergien/Intoleranzen, wie z.B. Gluten, Fruktose, Histamin, Sorbit und Laktose.

Wo kann man dich in den sozialen Netzwerken finden und was zeigst du dort?

Man findet mich auf Instagram unter @verasfreefrombakery. Ich kreiere alles für den süßen Gaumen. Kuchen, Torten, süße Snacks, Süßspeisen, Getränke, sowie Waffeln und Co. Alle Rezepte sind immer ohne Gluten, Laktose, Zucker und arm oder frei von Fruktose. Nach Möglichkeit sogar manchmal vegan und oder histaminreduziert. Ich versuche alle Fragen zu beantworten und verrate gerne meine Tricks und Erfahrungen, welche ich über die Jahre beim Backen mit drei Unverträglichkeiten gesammelt habe.

Bauchgeschichten: Vera von verasfreefrombakery

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