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Bauchgeschichten #3: Martina teilt ihre Erfahrungen mit Histaminintoleranz

In dieser Ausgabe der “Bauchgeschichten” erzählt die liebe Martina von @the_flavourina von ihrem Alltag mit Histaminintoleranz. In unserem inspirierenden Gespräch sprechen wir über Körperbewusstsein, Urlaub mit Histaminintoleranz, Freundschaften und den Kontakt zu Betroffenen sowie über das wichtige Thema psychologische Betreuung. Hör also unbedingt rein und profitiere von Martinas wertvollen Erfahrungen – viel Spaß dabei! 🙂

Was sind die “Bauchgeschichten”?

In den „Bauchgeschichten“ erzählen Betroffene von Intoleranzen und Unverträglichkeiten ihre Geschichte und teilen wertvolles Wissen, das man meistens nur aus Erfahrung lernt: Wie organisiert man am besten seinen Alltag? Welche Strategien, Methoden und Mittel helfen wirklich und was sollte man auf jeden Fall vermeiden?

Hast du Lust, auch einmal im Rahmen der “Bauchgeschichten” interviewt zu werden und deine Erfahrungen zu teilen? Dann melde dich bei mir! 🙂

In dieser Folge erfährst du…

  • … wie Martina ihren Alltag mit Histaminintoleranz bewältigt,
  • … welche Strategien sie fürs Reisen hat,
  • … wie sie mit der psychischen Belastung umgeht,
  • … wie sie ihr Stresslevel niedrig hält.

Höre hier die Bauchgeschichte von Martina:

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Steckbrief von Martina mit nützlichen Alltagstipps, Restaurant-Tipps und ihrem Lieblingsrezept

Martina von the_flavourina
Martina von @the_flavourina

Wie heißt du, wie alt bist du und was möchtest du sonst noch über dich erzählen?

Hallo, ich bin Martina, 22 Jahre alt und wohne in Vaihingen/Enz. Mein Abitur habe ich an einem ernährungswissenschaftlichen Gymnasium gemacht, anschließend habe ich zwei Semester Lebensmittelchemie studiert. Nach einem Wechsel studiere ich aktuell im 4. Fachsemester Sozialwissenschaften. Aus meinem Werdegang geht auch meine Leidenschaft für Ernährung, Gesundheit, Gesellschaft und das Zusammenspiel der Bereiche hervor.

Welche Intoleranz oder Unverträglichkeit hast du und mit welchen Symptomen hast bzw. hattest du zu kämpfen?

Ich habe seit über 3 Jahren eine Histaminintoleranz. Zu Beginn hatte ich nur Bauchschmerzen und manchmal nach dem Essen wurde mir übel. Ärzte haben mich mit den üblichen Untersuchungen nach Schema F abgespeist und keine Ursache gefunden. Als ich dann 2018 zwei Lebensmittelvergiftungen relativ kurz nach einander hatte sind die Symptome schlimmer geworden. Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Kreislaufprobleme (teilweise auch mit Atemnot), Kopfschmerzen usw. Also das volle Programm. Nachdem dann an Weihnachten wegen einem anaphylaktischen Schock (weiß ich auch erst jetzt im Nachhinein), der Krankenwagen kommen musste, habe ich mich dann auf die Suche nach ernsthafter Hilfe gemacht. Bei einer Ernährungstherapie kam dann die Diagnose Histaminintoleranz.

Welche 3 Dinge hast du aufgrund der Histaminintoleranz über dich gelernt?

  1. Ich glaube das wichtigste, was ich gelernt hab ist, dass es okay ist Hilfe anzunehmen und dass man nicht alles alleine schaffen kann. Die Ursache meiner Histaminintoleranz ist mein zentrales Nervensystem. Durch eine Posttraumatische Belastungsstörung ist das in „Dauer-Alarmbereitschaft“. Durch die starken Symptome, durch die ich auch 18kg Gewicht verloren habe wurde mir klar, mein Körper schreit nach Hilfe. Also bin ich das Problem angegangen.
  2. Außerdem habe ich gelernt, dass Pausen unglaublich wichtig sind. Wir leben in einer sehr schnelllebigen Umgebung, da ist es wichtig ab und zu bewusst mal zu entschleunigen und sich zu entspannen.
  3. Zu guter Letzt habe ich gelernt, die Menschen die für mich da sind und mich lieben, noch viel mehr zu schätzen. Die Zeit war definitiv nicht einfach und ich bin jedem, der mich begleitet hat und an meiner Seite geblieben ist, unglaublich dankbar.

Welche 3 Tipps haben dir geholfen, deinen Alltag mit 3 Unverträglichkeiten zu erleichtern?

  1. Mir hat es sehr geholfen eine Morgenroutine in meinen Tag zu integrieren. Nach dem Aufstehen nehme ich zuerst meine Eisentablette, Kurkuma- und Gerstengraskapseln mit einem großen Glas Flüssigkeit. Anschließend mache ich eine kleine Entspannungseinheit z.B. Yoga oder ein leichtes Morning-Workout. Dann nehme ich mir die Zeit mein Frühstück ganz in Ruhe vorzubereiten und auch die Zeit es zu genießen. Das dauert zwar alles seine Zeit am Morgen aber ich muss sagen, es lohnt sich dafür früher aufzustehen.
  2. Außerdem schreibe ich mir jeden Morgen eine To Do Liste, die ich à la Carmen (von @carmushka) nach Prioritäten ordne. So weiß ich welche wichtigen Aufgaben am Tag zu erledigen sind.
  3. Und natürlich Instagram, hier folge ich vielen Profilen, die tolle Inspiration für Rezepte und Tipps liefern. Z.B. @histafit.de, @nathaliescuisine und @happywithouthistamin um nur ein paar zu nennen. Auch die Kommunikation mit anderen Betroffenen hilft einfach um zu wissen, dass man nicht alleine ist mit der Intoleranz und dass auch die schlechten Tage vorbei gehen.

Was ist dein aktuelles Lieblingsrezept?

Passend zum Herbst liebe ich aktuell meine histaminarmen Kürbismuffins:

Zutaten:

  • 200 g Kürbis (Hokkaido)
  • 150 g Dinkelmehl
  • 80 g Zucker
  • 40 g gemahlene Mandeln
  • 85 g Apfelmark
  • 50 ml Rapsöl
  • 50 ml Wasser mit Kohlensäure
  • 1 Pck. Weinsteinbackpulver
  • 1 TL Zimt
  • 1 Pr. gemahlene Nelken

Zum Dekorieren:

  • Puderzucker
  • Wasser oder Verjus
  • Mandelkrokant
Kürbismuffins
Kürbismuffins

Zubereitung:

Den Kürbis waschen, die Kerne entfernen und anschließend raspeln. Ob mit oder ohne Schale ist euch selbst überlassen. Ich entscheide es je nachdem, wie die Schale aussieht.

Aus den restlichen Zutaten einen glatten Teig herstellen. Am besten erst alles Trockene vermengen und dann erst Apfelmark, Öl und Wasser dazugeben. So wird der Teig schön fluffig und locker.

Den Teig in Förmchen füllen und bei 160 °C Umluft für ca. 20 Min. backen.

Nach dem Auskühlen könnt ihr die Muffins noch mit einem Zuckerguss aus Puderzucker und Wasser oder Verjus verzieren. (Verjus ist ein Saft aus sauren Trauben und dient als Ersatz für Zitrone.) Darauf zum Schluss noch etwas Mandelkrokant und fertig. Guten Appetit 😊

Hast du einen Restaurant-Tipp für deinen Wohnort, wo man auch für Histaminintoleranz etwas bekommt?

In Stuttgart gibt es das Restaurant Lässig. Ein Bio-Restaurant mit regionalen und frischen Köstlichkeiten. Allgemein kann ich empfehlen immer vorher bei Restaurants anzurufen um sich einen Eindruck zu machen und offene Fragen zu klären.

Hast du noch einen Buch- oder Filmtipp zum Thema Ernährung/Gesundheit?

Auf Netflix: die Dokureihe „Rotten“. Hier geht es um verschiedene Bereiche der Nahrungsmittelindustrie und man bekommt spannende Einblicke in dieses System. Und „Heal“. In der Doku wird die enge Verbindung zwischen psychischer und körperlicher Gesundheit thematisiert, finde ich auch super spannend.

Bücher: Ein eher untypischer Buchtipp, aber ich kann den Terminplaner von Lebenskompass sehr empfehlen. In dem Kalender gibt es immer wieder kleine Achtsamkeitsübungen, die helfen bewusst die kleinen Pausen einzulegen, von denen ich vorhin gesprochen habe.

Und „Panikattacken und andere Angststörungen loswerden“ von Klaus Bernhardt. Das Buch hat mir sehr geholfen Hintergründe einer Traumatherapie zu verstehen und damit besser zurecht zu kommen.

Wo kann man dich in den sozialen Netzwerken finden und was zeigst du dort?

Auf Instagram bin ich als @the_flavourina zu finden. Ich zeige dort meine Rezepte, Produktempfehlungen, Tipps und Infos zu Ernährung und nehme Euch in meinem Alltag mit. Ich würde mich freuen, wenn ihr mal vorbeischaut. Aktuell läuft auch ein Gewinnspiel!

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Hast du weitere Tipps zu Histaminintoleranz?

Hast du weitere Tipps und Strategien, die du in deinem Alltag mit Intoleranzen und Unverträglichkeiten bereits erfolgreich anwendest? Dann kommentiere diesen Blogartikel, schick mir eine Nachricht oder kommentiere den Instagram-Post zu dieser Folge. Oder komm doch einfach gleich als Interview-Gast in meinen Podcast! 🙂

Wenn du etwas aus dieser Folge mitgenommen hast, wenn die Tipps hilfreich für dich waren, dann würde ich mich über eine 5-Sterne-Rezension für den Podcast auf iTunes oder eine Weiterempfehlung an deine Freunde und Bekannte freuen. Damit unterstützt du mich, meine Arbeit und die gesamte “wir sind kostbar”-Community, denn auf diese Weise finden auch andere Betroffene diese Tipps und können von ihnen profitieren.

Bis bald und denk immer dran:

Du bist kostbar, du bist wertvoll, also sei liebevoll zu dir selbst.

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