Diagnose Laktoseintoleranz

Diagnose einer Laktose-Intoleranz oder Unverträglichkeit

Ob und wie eine Laktose-Intoleranz oder -Unverträglichkeit wieder rückgängig zu machen ist, findet man nur heraus, wenn zuvor eine Diagnose gestellt wurde. Im Folgenden stelle ich dir verschiedene Diagnosemöglichkeiten vor. Dabei gibt es je nach Ursache der Intoleranz oder Unverträglichkeit verschiedene Methoden.

Diagnose einer Laktose-Intoleranz

Für die Laktose-Intoleranz wird in der Regel ein Wasserstoff-Atemtest beim Allergologen, Internisten oder Gastroenterologen durchgeführt. Dabei bekommt man Laktose in einem Glas Wasser aufgelöst zu trinken und muss anschließend in bestimmten Zeitabständen in ein Gerät pusten. Dieses Gerät misst den Wasserstoff in unserem Atem. Wie in einem vorigen Blogartikel schon erklärt, entstehen bei der Zersetzung von Laktose durch unsere Dickdarmbakterien Gase. Eines dieser Gase ist der Wasserstoff, den wir wieder ausatmen und der somit ein Indikator dafür ist, dass unsere Bakterien die Laktose zersetzen und nicht unsere Enzyme, so wie es eigentlich sein sollte. Die Messwerte bei einer Intoleranz liegen dann zwischen 20 und 200 ppm (ppm ist hier die Einheit für die Anzahl der Wasserstoffteilchen pro 1 Million Luftteilchen).

Neben dem Wasserstoff-Atemtest, der eigentlich als Goldstandard gilt, gibt es noch einen Bluttest. Dabei bekommt man ebenfalls Laktose zu trinken, aber statt in ein Gerät zu pusten wird Blut abgenommen und der Blutzucker gemessen. Wenn nämlich der Blutzuckerwert im Vergleich zum nüchternen Zustand unter 20 mg/dl bleibt (und Beschwerden auftreten), dann liegt eine Intoleranz vor. Der Blutzuckerspiegel sollte in normalem Zustand deshalb auf über 20 mg/dl ansteigen, weil normalerweise die Enzyme die Laktose aufspalten und sie in Form von Glucose und Galaktose ins Blut transportiert wird. Die Glucose wiederum ist das, was wir messen, wenn wir den Blutzucker messen. Dieses Verfahren ist aber deshalb nicht so weit verbreitet, weil der Blutzuckerspiegel auch aus anderen Gründen ansteigen kann und somit vor allem bei Diabetes das Ergebnis verfälscht werden kann.

Es gibt noch eine weitere Diagnosemöglichkeit, nämlich einen Gentest. Man weiß inzwischen, dass eine Genveränderung an einer ganz bestimmten Stelle mit dem Laktasemangel zu tun hat. Für den Gentest muss einfach nur eine Blut- oder Speichelprobe abgegeben  werden. Im Labor werden dann die Gene auf diese Veränderung hin untersucht. Allerdings ist dieser Test für die Feststellung einer Laktoseintoleranz nicht geeignet, weil interessanterweise diese Genveränderung nicht unbedingt dazu führen muss, dass man auch Probleme mit Laktose hat. Dieser Test kann im Grunde also nur eine Bestätigung dafür liefern, wenn man bereits weiß, dass Laktose das Problem ist und man zusätzlich abklären möchte, ob es sich um eine Intoleranz oder Unverträglichkeit handelt.

Diagnose einer Laktose-Unverträglichkeit

Für die Laktose-Unverträglichkeit kann ebenfalls der oben beschriebene Wasserstoff-Atemtest gemacht werden. Dieser muss in diesem Falle allerdings nicht immer unbedingt etwas anzeigen. Man kann also auch Probleme mit Laktose haben UND ein negatives Testergebnis beim Wasserstoff-Atemtest.

In solchen Fällen macht man dann eine sogenannte Auslassdiät, lässt also alle laktosehaltigen Lebensmittel weg und schaut, ob die Symptome dann besser werden. Ist das der Fall, liegt sehr wahrscheinlich eine Unverträglichkeit vor.

Ein Bluttest kann für eine Unverträglichkeit gemacht werden, ist aber aus den oben genannten Gründen nicht so sinnvoll wie ein Wasserstoff-Atemtest.

Ein Gentest wie oben beschrieben ist bei dieser Art von Unverträglichkeit nicht möglich, weil die Ursache hier nicht in den Genen liegt, sondern vielmehr mit einer Krankheit, Medikamenten oder einem nicht ausbalancierten Magen-Darm-Trakt zu tun hat.

Diagnose einer Alactasie

Bei der sehr seltenen Form der Alactasie, bei dem ein angeborener Enzymdefekt vorliegt, merkt man bereits ziemlich schnell nach der Geburt des Säuglings, dass dieser die Muttermilch und auch andere Milchersatzpräparate nicht verträgt. Hier kann dieser Enzymdefekt dann entsprechend nachgewiesen werden.

Alles klar?

Ich hoffe, ich konnte dir einen gut verständlichen Einblick darin geben, welche Diagnosemöglichkeiten es für eine Laktose-Intoleranz oder -Unverträglichkeit gibt. Falls trotzdem noch Fragen offen geblieben sind, dann stell sie mir gern in einem Kommentar hier unter dem Beitrag! 🙂

Weiterführende Infos

Wenn du nun erfahren möchtest, wie man eine Laktose-Intoleranz oder -Unverträglichkeit therapieren kann, dann schau auf jeden Fall in diesem Blogartikel rein.