Laktase-Tabletten richtig einnehmen

Laktase-Tabletten richtig einnehmen

Laktase-Tabletten können dabei helfen, Lebensmittel, die Laktose enthalten, besser zu verdauen, ohne dass Beschwerden auftreten. Damit sie wirken können, ist jedoch die richtige Einnahme von entscheidender Bedeutung.

Was sind Laktase-Tabletten?

Laktase-Tabletten enthalten das Enzym Laktase, das dafür zuständig ist, die Laktose (auch “Milchzucker” genannt) im Dünndarm in seine zwei Bestandteile aufzuspalten. Nur wenn es aufgespalten wird, kann es durch den Dünndarm in unser Blut transportiert werden. Passiert diese Spaltung nicht, wandert die Laktase in unseren Dickdarm, wo er von unseren Dickdarmbakterien zersetzt wird. Dabei entstehen Gase, die die typischen Beschwerden einer Laktose-Intoleranz oder -Unverträglichkeit auslösen. Mehr über die Verdauung von Laktose und möglichen Störungen findest du auf meiner Webseite.

Angebotsformen von Laktase-Tabletten

Die gängigste Variante sind die Laktase-Tabletten. Wenn man diese aber schlecht schlucken kann, kann man das Enzym Laktase auch noch in Lösungs- oder Pulverform zu sich nehmen. Wenn ich im folgenden von “Laktase-Tabletten” spreche, meine ich alle Angebotsformen.

Warum Laktase-Tabletten kein Ersatz für eine laktosereduzierte Ernährung sind

Wenn du von einer Laktose-Intoleranz betroffen bist, produziert dein Körper noch einen Rest Laktase, der auch “eingesetzt” werden möchte. Isst du hingegen gar keine Laktose mehr oder führst deinem Körper die Laktase nur noch über die Tabletten zu, stellt dein Körper die Produktion von Laktase irgendwann ganz ein, was dazu führt, dass du laktosehaltige Produkte immer schlechter verträgst.

Deshalb solltest du Laktase-Tabletten immer nur zu Anlässen wie Urlaub, Restaurantbesuch oder dem Besuch bei Freunden nutzen, wo ungewiss ist, wie viel Laktose in den Gerichten vorhanden ist.

Wie man Laktase-Tabletten richtig einnimmt

Laktase-Tabletten solltest du immer direkt zur Mahlzeit einnehmen. Nicht 10 Minuten vorher, auch nicht 10 Minuten später, sondern direkt mit dem ersten Bissen oder kurz danach. Nimmst du sie zu früh oder zu spät ein, können die Tabletten nicht mehr wirken, weil sie entweder deiner Mahlzeit voraus sind oder zu weit hinterherhinken.

Die Anzahl der Tabletten richtet sich nach dem Laktosegehalt der Speise. Wenn du im Restaurant oder bei Freunden bist, dann frage nach, welche Milchprodukte und wieviel davon in den Speisen verwendet wurden und präge dir den Laktosegehalt der gängigsten Lebensmittel ein. Eine solche Liste findest du in meiner Download-Bibliothek. Denke daran, die verwendete Laktosemenge dann ggf. für 1 Portion umzurechnen: Wenn in einem Auflauf z.B. 2 Becher Sahne verwendet wurden, kommen diese 2 Becher natürlich nicht auf 1 Portion, sondern auf den gesamten Auflauf, von dem du nur 1-2 Stücke isst.

Das klingt kompliziert, man bekommt aber schnell ein Gefühl dafür und du merkst auch ggf. an deinen Beschwerden, ob du zu niedrig dosiert hast. Auch eine kleine Überdosierung schadet nicht, ein wirklich exaktes Ausrechnen ist also nicht nötig und auch nicht sinnvoll. Auch wirst du irgendwann gar nicht mehr nachfragen müssen, welche und wieviel von einem Milchprodukt in einer Speise verwendet wurde, weil du es selbst anhand der Beschreibung gut einschätzen kannst.

Auf deinen Präparaten wiederum ist die Stärke, also der Gehalt an Laktase pro Tablette, in FCC (“Food Chemical Codex”) angegeben. In der Regel solltest du 1.000-1.500 FCC für 1 g Laktose zu dir nehmen. Damit du eine ungefähre Hausnummer hast: Mit einer durchschnittlichen Mahlzeit nimmt man etwa 6.000-14.000 FCC zu sich. In einer Umfrage auf dem nmi-Portal im September 2014 gaben von über 500 Befragten die meisten an, mit 5.000-15.000 FCC pro Mahlzeit zu dosieren.

Welche Präparate sollte man bevorzugen?

Im Fall von Laktase-Tabletten gilt, dass hier der Preis tatsächlich eine Rolle spielt. Günstigere Präparate haben oft eine verminderte Laktase-Qualität. Sie wirken zwar trotzdem, du musst sie aber oft höher dosieren, was den günstigeren Preis als Argument dann wieder aushebelt. Greife also am besten direkt nach einer etwas teureren Variante.

Außerdem lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste: Manche enthalten eine ganze Reihe an Zusatzstoffen, die nicht unbedingt sein müssen. Entscheide dich am besten für das Präparat mit der kürzesten Zutatenliste.

Die Präparate halten in der Regel etwa 2 Jahre. Danach solltest du sie tatsächlich auch entsorgen, denn die Enzyme verlieren nach so langer Zeit ihre Wirkung.

Außerdem solltest du die Präparate entsorgen, wenn sie über 60°C erhitzt wurden, da sie ab dieser Temperatur ebenfalls ihre Wirkung verlieren. Natürlich solltest du die Präparate generell nicht im Essen mitkochen, dieser Hinweis ist eher für den Fall eines heißen Sommertages, wo du die Tabletten vielleicht im Auto in der prallen Sonne zurücklässt und sich der Innenraum durchaus auf 60°C aufheizen kann.

Wissenswertes über Laktase-Tabletten

Interessant ist, dass über die Wirksamkeit von Laktase-Präparaten keinerlei aussagekräftige Studien vorliegen. Trotzdem berichten einige Betroffene von einer Besserung der Symptome durch die Präparate. Wenn du allerdings trotz Einnahme der Präparate keinerlei Linderung der Symptome verspürst, dann liegt das vermutlich daran, dass sie in diesem Fall bei dir leider nicht wirken. Hier hilft leider nur, dich an eine laktosereduzierte Ernährung zu halten und im Restaurant oder bei Freunden immer darauf hinzuweisen und nachzufragen, welche Speisen keine oder kaum Laktose enthalten.

Wenn du Eisen als Nahrungsergänzungsmittel zuführst, solltest du beachten, dieses Präparat mindestens drei Stunden zeitversetzt zur Laktase zu nehmen, da es sonst zu Wechselwirkungen kommen kann. Andere Wechselwirkungen mit anderen Nahrungsergänzungsmitteln oder Medikamenten sind derzeit nicht bekannt.

Alles klar?

Ich hoffe, ich konnte dir eine gut verständliche Erklärung geben, wie man Laktase-Tabletten richtig einnimmt und worauf zu achten ist. Falls trotzdem noch Fragen offen geblieben sind, dann stell sie mir gern in einem Kommentar hier unter dem Beitrag! 🙂