Ursachen Laktoseintoleranz

Ursachen einer Laktose-Intoleranz oder Unverträglichkeit

Möchte man wissen, ob und wie eine Laktose-Intoleranz oder -Unverträglichkeit wieder rückgängig gemacht werden kann, hilft es, sich zunächst einmal anzuschauen, welche Ursachen es für eine Intoleranz oder Unverträglichkeit geben kann.

Dabei spielt das Enzym Laktase eine große Rolle. Dieses Enzym ist für die Spaltung von Laktose im Dünndarm verantwortlich. Ist zu wenig Laktase vorhanden, kommt es zu Störungen in der Verdauung von Laktose. Doch wie kann es überhaupt passieren, dass zu wenig Laktase vorhanden ist?

Der primäre Laktasemangel

Die erste und häufigste Ursache für einen Laktasemangel ist der sogenannte primäre Laktasemangel. Er zeichnet sich darin aus, dass man im Laufe des Erwachsenenalters immer weniger von dem Enzym Laktase produziert.

In diesem Fall ist das ein ganz natürlicher Prozess, der sich auch ganz einfach erklären lässt: Milch brauchen wir vor allem als Säugling, nämlich in Form von Muttermilch. Sobald die Muttermilch aber nicht mehr unser Hauptnahrungsmittel ist, lässt die Produktion von Laktase nach, weil wir sie einfach nicht mehr in dem Ausmaß benötigen.

Das bedeutet aber nicht, dass jeder Erwachsene eine Laktoseintoleranz entwickelt, denn die tritt erst auf, wenn die Produktion von Laktase in größerem Maße abnimmt als sie benötigt wird.

Der primäre Laktasemangel ist also das, was wir ganz klassischerweise als die Laktoseintoleranz verstehen.

Bei der Laktoseintoleranz gibt es weltweit ein Nord-Süd-Gefälle, hinter dem genetische Ursachen vermutet werden: In Skandinavien z.B. sind nur etwa 5-10 % betroffen, in Deutschland etwa 20-25 %, im Mittelmeerraum 40-60 % und in weiten Teilen Afrikas und Asiens sogar deutlich über 80%. Wer also von einer Intoleranz oder Unverträglichkeit betroffen ist, ist in der asiatischen und afrikanischen Küche sehr gut aufgehoben.

Der sekundäre Laktasemangel

Wenn es einen primären Laktasemangel gibt, gibt es auch einen sekundären Laktasemangel. Der sekundäre Laktasemangel entsteht, wenn z.B. eine Erkrankung des Magen-Darm-Traktes, veränderte Verhältnisse im Magen-Darm-Trakt (z.B. nach einer Operation, aber auch einfach durch Stress) oder die Einnahme bestimmter Medikamente (insbesondere Antibiotika) dazu führt, dass  nicht genügend Laktase produziert wird.

Hier ist also die Produktion durch die eben genannten Gründe vorübergehend gestört oder gehemmt, aber das Schlüsselwort hierbei lautet „vorübergehend“. Denn nach Heilung der Krankheit, Absetzen der Medikamente und Wiederherstellung der Balance im Magen-Darm-Trakt kann sich die Produktion von Laktase auch wieder normalisieren.

Der sekundäre Laktasemangel ist deshalb das, was man eher unter einer Laktose-Unverträglichkeit verstehen würde.

Der kongenitale Laktasemangel (Alactasie)

Die dritte und letzte Ursache für einen Laktasemangel ist ein genetisch bedingter Enzymdefekt, der von Geburt an besteht. Das heißt, dass man durch einen genetischen Defekt schon damit zur Welt kommt, dass man keine oder nur sehr wenig Laktase produzieren kann.

Diese Ursache ist sehr selten und vererbbar, wird auch als kongenitaler Laktasemangel oder Alactasie bezeichnet und würde auch eine schwere Form der Laktoseintoleranz beschreiben.

Alles klar?

Ich hoffe, ich konnte dir einen gut verständlichen Einblick darin geben, welche Ursachen es für eine Laktose-Intoleranz oder -Unverträglichkeit gibt. Falls trotzdem noch Fragen offen geblieben sind, dann stell sie mir gern in einem Kommentar hier unter dem Beitrag! 🙂

Weiterführende Infos

Um zu wissen, ob und wie man eine Laktose-Intoleranz oder -Unverträglichkeit wieder rückgängig machen kann, muss zunächst eine Diagnose stattfinden. Wie diese vonstatten geht erkläre ich in diesem Blogartikel.